Die Kunst des Loslassens...

(06/05 - von SYNAN)
 

 

 

Lasst mich eine wahre Begebenheit erzählen.

Irgendwann kommt der Mensch an einen Punkt, wo er/sie sich selbst loslassen darf.

Doch, - wie geht das? Sich selbst loslassen? Sich selbst von der Kette lassen? Was bedeutet es, all die alten Identitäten und Erwartungen loszulassen? Sind wir nicht, ab einer gewissen Altersmarke eingepackt in Erwartungen, - von uns selbst und auch anderen? Sind wir nicht ständig umgeben von speziellen Sichtweisen: Wer wir sind, bzw. zu sein haben? Kennen wir uns selbst und wissen wir eigentlich wer wir sind? Fragen über Fragen... Ohne diese Kenntnis, ohne die Antworten, können wir uns nicht loslassen, um in der Ermächtigung der persönlichen Kreativität, eine erträumte Freiheit zu genießen.

Es gibt bei vielen Menschen einen Punkt im Leben, wo er/sie die Ketten nicht mehr ertragen kann und der alltägliche Ballast zu einer Bürde geworden ist. Man hat sich selbst quasi zum Packesel degradiert. Der Ursprung für die Verhaltensweise mag die lebenswerte Absicht gewesen sein, zu helfen, zu unterstützen und in tätiger Nächstenliebe seinen Beitrag in dieser Welt zu leisten. Aber was ist geschehen in der Zwischen-Zeit? Das Mitgefühl hat uns dazu gebracht, die Pakete der Anderen mit zu tragen. Bei uns waren ja noch Kapazitäten frei...

Kraft und Wissen haben dazu geführt, ein Wegweiser zu werden, für die in unserer Umgebung, welche die Richtung noch nicht finden konnten... Der Mut ließ uns voran gehen und den inneren Reichtum haben wir gerne geteilt... Irgendwann und irgendwie haben dann diese Packesel-Geschöpfe, also einige von uns, den Zeitpunkt verpasst, auf sich selbst und die eigenen persönlichen Bedürfnisse zu achten und sind damit in einer Tretmühle gelandet, die eine Sicht auf die eigene, persönliche Realität versperrt. Das war der Augenblick, von dem an wir gelebt wurden!

Die eigene Identität ist in den Hintergrund getreten und hat einer Person von Erwartungen und Aufgaben Raum gegeben. Es ist eine Selbstverständlichkeit entstanden, bei der wir uns Gegebenheiten suggerieren, die den wirklichen Möglichkeiten bei Weitem nicht mehr entsprechen...

Mensch hat sich im Etwas verloren... – „Ich“ habe mich verloren... – Hilft mir jemand suchen?... – In den meisten Fällen: Nein!...
Denn das Außen hat ein anderes Bild von dem tragenden, mittlerweile aufstöhnenden Individuum, das sich selbst nicht mehr kennt und müde geworden ist, - sehr müde!...

Ich wiederhole die Frage. Wie findet „Mensch“ sich selbst wieder und wie kann er/sie loslassen, was er/sie gefunden hat, um weiter in der eigenen Kraft und Wahrheit leben zu können?

Der erste Schritt ist soooo einfach: Nämlich, - sich selbst eingestehen, dass man sich irgendwann einmal verloren hat. Dann erst kann die Suche wieder beginnen, die Suche nach sich selbst!

Der zweite Schritt ist die Erkenntnis, dass man sein Bestes gegeben hat und die Kräfte jetzt aufgebraucht sein könnten. So geschehen unabhängig von jeder Beurteilung und deshalb frei von jeder Schuld!

Der dritte Schritt ist, das nun notwendig gewordene Zutrauen in sich selbst. Zutrauen und Vertrauen gingen oftmals verloren auf dem bisherigen Weg.

Mensch traut sich, - hat Mut!...

Mensch traut sich, - stellt eine Verbindung her!...

Also, - mit allem Mut, den ich in dieser Verfassung noch besitze, verbinde ich mich mit mir selbst und den eigenen kreativen Möglichkeiten. Ein Zauberwort, bzw. zwei magische Worte gibt es, die mit Bedacht angewandt, einen persönlichen Stabilisierungsprozess unterstützen. Es ist das JA zu mir selbst und das NEIN zu allem was mir die Kraft rauben will. In dem Moment, wo ich auch mir selbst die Liebe zugestehe, die ich den Mitmenschen entgegen bringe, tut sich eine Tür auf, die mir zum SEIN verhilft. Die Wertschätzung und Ehre (Ehrlichkeit, Achtung), welche ich mir selbst entgegen bringe, schafft einen Freiraum der Regeneration für eine müde gewordene Seele.

Keine Schuldzuweisungen (weder an sich, noch an andere), sondern Achtung, Hinwendung und Glaube an den Göttlichen Kern und die persönliche Meisterschaft, lassen uns den Schatz heben, den wir so lange vor uns selbst versteckt hatten...

Warum?

Ich weiß es auch nicht so genau. Vielleicht, - weil wir von der eigenen Größe, der eigenen Kraft und vor allen Dingen der eigenen, ganz großen Liebe, ein wenig Angst hatten? Spielte die (oft anerzogene) Be-scheiden-heit eine Rolle?

Nein, - nicht „scheiden“ (trennen), sondern „trauen“ (verbinden). Vertrauen und Zutrauen sollte in das Programm des lebendigen Lebens aufgenommen werden.

Also: LIEBE deinen Nächsten, - wie DICH SELBST!


Lichtvolles Sein


SYNAN



 

 
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