Die „Was – Wäre – Wenn - Zeit“ ...

(06/06 - von SYNAN)
 

 

Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir in einer Zeit der grenzenlosen Illusion leben. Nicht genug, dass der alltägliche Mensch, gefördert durch die Medien mit all ihren Trugbildern, sich stellenweise in einem Traumland bewegt; - Nein, es ist anscheinend noch sinnvoll, einen Zahn zuzulegen. Damit das Ganze auch abgerundet ist, quälen sich Viele zusätzlich mit den ständigen „Was-Wäre-Wenn“ – Möglichkeiten herum.

 Natürlich ist es wichtig, sich der Auswirkungen von Aktion und Reaktion bewusst zu sein, doch das „Was-Wäre-Wenn“–Symptom schafft eine angstvolle und unschlüssige Grundlage, - hat also mit Schlussfolgerungen keine große Ähnlichkeit, die dem Gesetz von Ursache und Wirkung zugrunde liegen. Es geht ja schon so weit, dass Menschen nach dem WWW-Prinzip be- bzw. vorverurteilt werden und so getan wird, als hätte die Situation in der Realität schon stattgefunden. Ist das bewusstes Leben? Ist das Realität?

Meiner Meinung nach lässt sich bei einem bewussten Menschen niemals beurteilen „Was da denn wäre, -Wenn“! Dies setzt nämlich eine (zugelassene) Einflussnahme unseres Umfeldes voraus. Wird danach gefragt, was andere Menschen über uns denken und wie sie uns beurteilen, dann kann damit eine Verbindung stattfinden, die es geradezu erlaubt, dass der Mitmensch in das persönliche Leben eingreift. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass dies einer Einladung gleichkommt. Es sollte doch so sein, dass Einladungen nur ausgesprochen werden, wenn dies der ausdrückliche Wunsch ist!

Das WWW-Prinzip lässt den Menschen in ein Traumland reisen, aus dem er/sie schwer wieder zurückfindet. Oftmals ist ein Schock die einzige Möglichkeit, um wieder in die Realität des Hier und Jetzt zu gelangen. Doch das ist schmerzlich. Dieses plötzliches Erwachen ist eine Enttäuschung, die dennoch recht heilsam wirken kann. Weswegen sind Menschen eigentlich so gegen „Ent-Täuschungen“? Man sollte dankbar sein, dass man keiner Täuschung (Illusion) mehr aufgesessen ist. Die Klarheit einer Situation ist jedenfalls erstrebenswert, damit die eigene, persönliche und individuelle Freiheit gelebt werden kann!

Eine noch gefährlichere Situation ist das „Was-Wäre-GEWESEN-Wenn“! Hier wird eine Vergangenheitsform zur Gegenwart gemacht und mit einer wahr- scheinlichen Schlussfolgerung in die Zukunft gesetzt. Da ist nicht nur Träumerei im Spiel, - sondern Emotion in höchstem Masse. Das hat sicher jeder schon bei sich selbst erlebt und durchgespielt.

Gerade wenn man aus einer gefährlichen Situation heil heraus kam, drängte sich dieses Szenario des „Was-Wäre-Gewesen-Wenn“ auf. Die Emotion dessen, was hätte geschehen können (z.B. Verletzungen o.ä.) prägt sich jedoch im Körper ein, geht in jede Zelle, so als hätte diese Gegebenheit wirklich stattgefunden. Und wir sind uns dessen nicht einmal bewusst, dass wir in unserem Unterbewusstsein etwas abgespeichert haben und verarbeiten müssten, was in der Gegenwart, bzw. Realität nicht einmal stattgefunden hat!
... Welch eine unnütze Kraft- und Zeitvergeudung!

Das Verständnis dafür, dass Menschen durch eine Art Hyperkommunikation miteinander verbunden sind, lässt erkennen, warum Freud und Leid ansteckend sein können. Wenn ich mit ständigen schweren Gedankengängen beschäftigt bin, so wird das auch auf meine Umwelt einen Einfluss haben. Genauso geschieht es mit einer freudvollen Gegenwart. Denn hier ist noch ein wichtiger Aspekt lebendig: Gedankengänge sind auch eine Art von Realität, die sich durch emotionale Intensivierung auf alltägliches Dasein übertragen...

Deshalb ist es wichtig, bei sich selbst und in der Gegenwart zu bleiben und die Dinge so (neutral) zu nehmen, wie sie kommen. Die eigene Wahrheit zu leben hilft dabei, eine Wahl zu treffen, wie wir weiter vorgehen können. Ein Hineinfühlen in die Situation bringt immer mehr Klarheit, als das WWW-Prinzip.

In diesem Sinne

 
Lichtvolles Sein

SYNAN





 

 
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