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Was ist das... „Liebe“...?
(08/06 - von SYNAN)
Heute erzähle ich Euch eine Geschichte.
Es ist eine Geschichte, die ihren Ursprung hat bei einem 13-jährigen
Menschen. Es ist schon eine ganze Weile her und dennoch, so will ich meinen,
ist sie weiterhin zeitlos bzw. aktuell...
Bei einem unserer persönlichen Treffen erklärte mir dieser 13-jährige Junge,
nennen wir ihn der Einfachheit halber „Tom“, folgendes:“ Ich weiß jetzt
genau wie „Liebe“ funktioniert! (Offenbar meinte er nicht Sexualität.) Es
gibt eine Liebe zwischen Mann und Frau, Kind und Eltern, Bruder und
Schwester usw. ...“ Er referierte eifrig weiter, - über den Bezug des
Miteinander, das Gefühl zueinander, die dabei (nach seiner Meinung)
entstehenden Emotionen und beendete seine Ausführungen mit einem
triumphierenden: „Na, - was meinst du dazu?“
Zuerst war ich recht erstaunt, denn während unserer Autofahrt hatte ich mit
allem gerechnet, - nur nicht mit einer solchen Frage! Dabei war, bei näherer
Betrachtung, den Worten von Tom sehr wenig hinzuzufügen. So klar und
schlüssig waren diese. Plötzlich hatte ich ein dumpfes Gefühl in der
Magengegend und meine Gedanken überschlugen sich. Das konnte doch nicht
Alles sein? In Bezug auf die Liebe meine ich. Ein „Katalog“ der Gefühlswelt?
War es so einfach? Oder machte man es sich selbst schwer? Also bat ich mir
bei Tom, für die Beantwortung der Frage, Bedenkzeit aus. Zuhause angekommen,
setzte ich mich in meinen Sessel und spürte „in die Liebe“ hinein.
So viele Dinge blubberten während dieser Innenschau in mir hoch. Angefangen
von wunderschönen Gefühlen, bis hin zu traurigen und schmerzhaften
Emotionen. Tapfer bemühte ich mich um eine neutrale Betrachtungsweise. Es
begann ein Auf und Ab von inneren Filmen... Irgendwann wurde mir bewusst,
dass dies alles Feelings waren, welche außerhalb von mir existierten.
Eindeutige Reaktionen in Bezug auf Situationen und Kommunikationen steuern
unsere Empfindungen und Empfindlichkeiten. – Das allein konnte nicht
umfassende „Liebe“ sein. Obwohl ich das bisher unbewusster Weise dachte....
Wieso denken? Kann „Liebe“ überhaupt gedacht werden? Wohl kaum...
Wo ist also die Liebe und vor allen Dingen, - was ist sie?? Heißt es im
Deutschen Sprachgebrauch etwa „die“, weil es der Beginn einer alles
durchströmenden Schöpfung ist? Wahrscheinlich gibt es zu diesem Thema mehr
Fragen, als Antworten möglich sind und mit Sicherheit ergeben sich
verschiedene Betrachtungsweisen.
Was konnte ich also Tom, diesem 13-jähringen Menschen, bei unserer nächsten
Begegnung antworten bzw. was war meine Meinung zu seiner Ansicht von
„Liebe“?
Mittlerweile hatte ich die Zeit des Tages vergessen und ohne Licht saß ich
weiter im Sessel „der tiefsinnigen Gedanken“. Unaufhörlich durchforstete ich
mein Gemüt auf der Suche nach... Ja, - nach was überhaupt? ... Wo hatte ich
jemals (eine?) Liebe empfunden? Was sagten andere dazu? Wo konnte man
darüber lesen? Nun versuchte ich es also mit Vergleichen. So viele
Religionsgründer, Philosophen und andere weise Menschen, versuchten bisher
dem Phänomen nahe zu kommen, - und doch sucht man, auch für sich selbst
danach; kämpft und ringt darum...
Menschen tun Vieles, die unmöglichsten Sachen, nur um aus einem Defizit von
Liebe heraus zu kommen. Allzu oft meint man, die Liebe bei einem Anderen
finden zu können. Das ist, meiner Auffassung nach, ein großer Irrtum. Denn
Liebe von einem anderen Individuum einzufordern ist nicht möglich! Diese
Kraft ist nicht auf Knopfdruck produzierbar. Genauso wenig genügt es,
Menschen damit zu überschütten. Das viel gepriesene „Mitgefühl(-leid)“ ist
wohl auch nicht „der Weisheit letzter Schluss“. Damit nimmt man ihnen die
Möglichkeit, das eigene, individuelle „Innere“ kennen zu lernen. Was ich
jedoch für mich realisieren konnte ist dies: „Wir können viel Liebe
auch in der
Freude von anderen Wesen finden...“
In meinem Sessel sitzend, vermisste ich immer noch etwas. Und weiter spürte
ich hinein, in das (mein) unbekanntes Wesen und fand alles (die Komplexität
des Themas)) erstaunlich und bewundernswert. – Plötzlich war das Erkennen
da!... - Ich vermisste mich!!... Dabei kamen mir Worte von Daniel Ackermann
in den Sinn. Ich zitiere: „Du bist Liebe, Kraft und Bewusstsein. Weil
Bewusstsein Schöpferkraft, Energie und Wissen ist und weil Liebe so viel
mehr, als nur dieses Gefühl ist, wirst Du in der Folge auch nichts mehr im
Außen brauchen...-...Du bist alles im Innen. Das Außen ist dazu da, dass Du
das, was Du im Innen bist, im Außen zum Ausdruck bringen kannst. Dass Du
sein kannst, was Du schon immer bist.“
Und so ging ich in dieser Nacht einen besonderen Weg, - den Weg zu mir
selbst! Und ich begann, die seit langer Zeit versteckte Liebe, wieder zu
fühlen. Denn Liebe kann in dieser Gegenwart (Leben) gefühlt werden, aber mir
wurde zum ersten Mal intensiv bewusst, dass „Liebe“ kein Gefühl ist. „Liebe“
ist der Hintergrund des Gefühls und deshalb nicht abhängig davon. Ich bin
Liebe, - nicht Gefühl. (Der Mensch ist die Liebe und nicht das Gefühl
davon.) Mein Herz öffnete sich in diesem Augenblick der energetischen
Struktur von umfassendem Sein und einer damit verbundenen Essenz.
Als ich das am frühen Morgen dieser ereignisreichen 24 Stunden
verinnerlichte und ich aktiv zu blühen und glühen begann, wohl wissend, dass
diese „Blaue Flamme“ (so könnte ich es symbolisieren) niemals wieder
verlöschen würde, da empfand es meine Existenz (Identität) als eine Art
Schock... Neu, ungewohnt und unbekannt... Es geschah groß und gewaltig!
Tränen der Freude rannen über mein Gesicht. Diese „Lösung“ gab mir zu
erkennen, dass mit allumfassender Liebe immer auch Freude verbunden ist und
an Schönheit nichts dem gleichkommt! Es ist ein Zustand von Energie, Fülle
und Wertschätzung...
Natürlich haben wir einen Alltag. Selbst wenn uns Liebe, Erkenntnis,
Bewusstsein und Freude zuteil geworden ist und verinnerlicht wurde, - die
Umwelt ist trotzdem wie immer! Und das ist auch ihr gutes Recht. Jeder
Mensch muss/darf für sich selbst die Erfahrungen von Liebe machen. Was macht
den Unterschied?... - Wir haben uns selbst gefunden! Und das zählt!
Wenn man nun davon ausgeht, dass Freude der „aktive“ Aspekt von Liebe ist,
dann ist Annahme und Akzeptanz, sowie Auflösung von Angst der „passive“
Aspekt. Liebe zu sein ist eine ebenso kraftvolle Angelegenheit.
Jetzt war ich zufrieden, an diesem Tag. Das Grummeln, welches ich am Vortag
im Bauch hatte, war verschwunden und ich mit mir im Reinen. Das Wissen um
die Liebe war schon immer da, - doch ich hatte es vorher nicht
verinnerlicht. Indem ich mir die Erlaubnis dazu gab, mein Herz zu öffnen,
geschah etwas wunderbares... - Ich gestattete mir, Liebe zu werden und zu
S(s)ein!
Selbstverständlich war ich meinem Freund und Wegweiser Tom sehr dankbar,
dass er mich dazu gebracht hatte, auf diese individuelle Reise zu gehen. Als
wir uns das nächste Mal trafen, gab ich ihm folgende Antwort auf seine
Frage:
„Liebe ist wie der Duft einer Blume, für den man offen sein muss, um ihn
erleben zu können, ihn im Innersten zu erspüren und sich ausbreiten zu
lassen. Liebe ist wie eine wunderschöne, leuchtende Farbe, die Du nur in
unbeschreiblichen Gefühlen festhalten kannst. Liebe ist einfach Alles und
Nichts gleichzeitig. Es ist das Leben.
Es ist ganz gleich wie Du z.B. die Mutter, den Vater, den Freund oder die
Schwester liebst. Liebe ist wie ein Stern von dem viele Strahlen ausgehen.
Sie ist immer gleich, - denn der Mittelpunkt bist Du! Die Liebe kannst fühlen
und dazu auch den Mut und die Kraft, welche damit verbunden sind. Auch wenn andere es
nicht zu schätzen wissen oder gar ablehnen... Liebe ist Dein persönlicher
Mittelpunkt, Dein Eigentum und das kann Dir niemand wegnehmen. Wenn Du die
Liebe in Dir wahrnimmst und Dich selbst achtest, in der eigenen Vielfalt,
dann besitzt Du ein wunderbares Geschenk.“
Ruhig hatte Tom zugehört und nach einer kleinen Weile kam seine Reaktion.: „
Du, - verstanden habe ich das nicht ganz. Doch ich konnte es fühlen und es
fühlte sich gut an!“
Zur Feier des Tages beschlossen wir, ein Eis essen zu gehen und uns zu
erfreuen an Allem-Was-Da-Ist....
Eine lebendige Geschichte von
SYNAN©
(geschrieben 08/06)
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